Baumpflanzaktion während der Jubiläumsfeiern: von links nach rechts: Konstanze Riedmüller (LVKM-Vorsitzende), Michael Becking (Leiter Wartaweil), Barbara Stamm (Landtagspräsidentin a.D.), Hans Schöbel (Ehrenvorsitzender LVKM), Prof. Florian Heinen (Ärztlicher Direktor iSPZ Hauner), Rainer Salz (Geschäftsführer LVKM), Holger Kiesel (Behindertenbeauftragter Bayern), Johannes Oswaldt, Katharina Müller (BVKM Clubs und Gruppen)

„Vieles für Behinderte muss noch kraftraubend erstritten werden”

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Wartaweil erlebte festliche Stunden mit prominenten Gästen: Der Landesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen feierte sein 60-jähriges Bestehen. Und mit diesem Jubiläum fiel der 25. Geburtstag des barrierefreien Schullandheims zusammen.

Die Grußworte sprachen Holger Kiesel, Bayerischer Beauftragter für Menschen mit Behinderung, sowie Barbara Stamm, Schirmherrin von Wartaweil und Landtagspräsidentin a.D. 

Zu Beginn beleuchtete LVKM-Vorsitzende Konstanze Riedmüller die Geschichte des LVKM. „Mit dem Bundessozialhilfegesetz von 1962 setzte sich statt Fürsorge der Gedanke von Sozialhilfe, Rehabilitation und Eingliederung durch.“ Viele Mitgliedsorganisationen entstanden in den darauf- folgenden Jahren, von kleinen Elterninitiativen bis zu großen Einrichtungen der Behindertenhilfe. 

„Obwohl sich in den letzten 60 Jahren viel getan hat, es inzwischen ein flächendeckendes Netz an Förder- und Betreuungsmöglichkeiten gibt, haben die Themen der Gründungseltern nach wie vor Aktualität.“ 

Holger Kiesel dazu in seinem Grußwort: „Therapien, Hilfsmittel, Assistenz – vieles muss nach wie vor kraftraubend erstritten und erkämpft werden. Von Schulbildung, Teilhabe am Arbeitsleben oder selbstbestimmter Freizeitgestaltung ganz zu schweigen. Und für all das setzt sich der LVKM nun seit sechs Jahrzehnten unermüdlich ein!“ 

Vollkommen behindertengerecht: Das Schullandheim in Wartaweil

Barbara Stamm lobte die Vorreiterrolle des Schullandheims Wartaweil, wenn es um Freizeit und Begegnungsorte für Menschen mit und ohne Behinderung geht: „Mit der Eröffnung in Wartaweil begann 1997 eine wunderbare Erfolgsgeschichte, ja ein Meilenstein auf dem Weg zur Inklusion.“ 

Und Holger Kiesel bekräftigte: „In jedem Fall war und ist Wartaweil ein Vorbild für konsequent barrierefreies Bauen und somit auch der perfekte und naheliegende Ort für den Geburtstag des LVKM!“ 

Nach dem Festakt konnten die geladenen Gäste sich noch von der einzigartigen Lage des Schullandheims überzeugen. Wie dem barrierefreien Natur-Erlebnis-Park oder dem barrierefreien Steg und Seezugang – inklusive Stand-up-Paddling für Rollstuhlfahrer:innen auf dem Ammersee. 

Sogar der Steg mit Seezugang wurde behindertengerecht konstruiert

Wartaweil ist vollkommen behindertengerecht

Wartaweil ist eines der wenigen vollkommen behindertengerechten Schullandheime. Mit seinen barrierefreien Räumlichkeiten ist es ein besonderer Ort der Inklusion und schafft viele Begegnungsflächen für Menschen mit und ohne Behinderung. Es bietet Platz für bis zu 150 Gäste und ist mit mehreren Pflegebädern auch speziell für Menschen mit Komplexer Behinderung geeignet. Die Lage auf einem 2,7 Hecktar großen Gelände mit direktem Zugang zum Ammersee ermöglicht viele Freizeitaktivitäten und Sportmöglichkeiten: von Natur-Erlebnis-Park, Kletterfels, Rolli-Schaukel, Rolli-Trampolin, Sommerstockbahn bis zu Segeln und Stand-up-Paddling – auch für Rollifahrer. 

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