An der Mariengrotte auf dem Pilgerweg nach Andechs haben die Gläubigen auch eine Stellungnahme der Professorin für Dogmatik, Julia Knop, gehört. Musiziert haben Patricia Schweier und Charly Körner

„Die Männer sind weggelaufen, eine Frau ist geblieben”

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„Vielleicht haben wir die Kirche zu sehr auf den Sockel gestellt, den Heiligen Vater in Rom fast mit dir verwechselt – zuviele Oberhirten und Exzellenzen, zu wenig Hirtendienst.” Bei der Maria-Magdalena-Wallfahrt nach Andechs hat Maria 2.0. klagend – mitunter anklagend – die Stimme erhoben. 25 Frauen und ein paar Männer feierten in der Andechser Klosterkirche zusammen mit Abt Johannes eine Messe, bei der die Frauen nicht nur „Glanz und Gloria” beschworen, sondern Klage über den Zustand der Kirche führten. Die Predigt hielt nicht der Abt, sondern eine Frau: Elisabeth Weißenhorn-Höfle stand am Pult. Die Herrschinger Sprecherin von Maria 2.0, Uli Spindler, sprach nach dem Gottesdienst von einem „aufbauenden” Erlebnis: „So sollte es eigentlich sein, dass es nichts Besonderes mehr ist, wenn Frauen wieder ebenbürtig das Wott Gottes – wie vor fast 2000 Jahren – verkünden.”

Die Patronin Maria Magdalena kann den Pilgerinnen und Pilgern nicht vorwerfen, sie hätten einen leichten Weg gewählt: 30 Grad im Schatten machten die kontemplative Wanderung zum Bußgang. Aufgeheitert wurde die Pilgerschar durch Musik von Patricia Schweier und Charly Körner. Bei einem Halt an der Mariengrotte wurde ein Statement der Professorin für Dogmatik an der Uni Erfurt, Julia Knop, vorgetragen: „Anders als Petrus hatte Maria Magdalena ihre Liebe zu Jesus nicht geleugnet und war nicht weggelaufen, als er starb. Ihr begegnete der Auferstandene als erster.” Fast alle Männer hätten unter dem Kreuz gefehlt, zum leeren Grab seien sie erst auf Zuruf der Frauen gekommen.

Die Predigt hielt nicht Abt Johannes, sondern Elisabeth Weißenhorn-Höfle

So setzte die Professorin den Ton bei der Wallfahrt – und das, so Uli Spindler – vor dem Hintergrund der jüngsten Meldungen aus dem Vatikan zum Synodalen Weg. In einem Psalm fand Johannes Boxtermann noch einmal Worte, die im Ohr der Exzellenzen schräg klingen: „Schenke uns, dass wir diese Stunde nicht verjammern, nicht verharmlosen, nicht vertrödeln.”

1 Comment

  1. Die meditative, musikalische Gestaltung an der Mariengrotte hat uns eigentlich nicht aufgeheitert, sondern eher vom anstrengenden Treppensteigen erlöst und Kraft gegeben für den nachfolgenden Gottesdienst. Wir waren nicht lustig unterwegs, sondern eher entspannt, aber ernsthaft diskutieren und betend. Heidi Körner

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