Das ging schnell: Wenige Tage nach dem Methangas-Alarm des Landratsamtes hat der Gemeindebauhof einen Zaun um die ehemalige Müllkippe gezogen

„An der unteren Explosionsgrenze“

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Leicht explosiv ist die Stimmung in Ämtern und bei Anliegern, wenn das Gespräch auf das Gutachten des Sachverständigenbüros Sakosta GmbH kommt. Das Herrschinger Rathaus hatte am letzten Donnerstag in einer Pressemitteilung verlauten lassen, dass das gemeindliche Grundstück an der Heimgartengartenstraße eingezäunt wird. „Für den Wirkungspfad Boden-Luft-Mensch sind aufgrund unklarer methangasbildender Herde einer Probebohrung weitere Detailuntersuchungen erforderlich“, heißt es in dem amtlichen Text weiter. Im Gespräch mit herrsching.online präzisierte Bürgermeister Schiller noch, dass Methangas-Emissionen an einer Bohrstelle „an der unteren Explosionsgrenze“ liegen. Deshalb würden weitere Untersuchungen vorgenommen. Die Gemeinde interessiere vor allem, ob das Obst auf der Wiese gesundheitlich unbedenklich sei. „Dem Landratsamt ist es wurscht, ob man die Äpfel essen kann“, sagte Schiller. Auch das müsse nun weiter untersucht werden.

Das Landratsamt betonte in einer Mitteilung an herrsching.online, dass die Anlieger informiert worden seien. „Ihrem Leserpost-Schreiber kann ich zustimmen, in aller erster Linie sind die unmittelbar Betroffenen über die Ergebnisse der Untersuchungen zu informieren. Und genau dies ist auch geschehen. Die unmittelbar und direkt betroffenen Grundstückseigentümer (also diejenigen, von deren Grundstücke auch Proben genommen wurden und daher Gegenstand der Untersuchung waren) wurden vergangene Woche von uns informiert, ebenso die Gemeinde. Dem genannten Personenkreis liegen daher alle relevanten Unterlagen vor. Insofern muss ich also zum Abschluss dann doch in einem widersprechen: Die Kritik an der Kommunikation ist damit aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar“, schrieb der Leiter der Pressestelle des Landratsamtes, Stefan Diebl.

herrsching.online-Leser David Hofmann hatte dazu geschrieben:

„Wir wurden nicht aktiv informiert und haben bis jetzt keine schriftliche Information erhalten. Die Begründung des LRA/ der Gemeinde lesen sie weiter unten.
Meine Frau hatte zur aktuellen Lage der Fläche vor unserem Grundstück gelesen. Kurz darauf standen schon Mitarbeiter der Gemeinde mit Absperrband vor unserem Haus bzw. vor der Wiese.Ich hatte deshalb direkt Christian angeschrieben. Er hatte sich dann eine Stunde später bei mir telefonisch gemeldet. Das LRA hätte sich laut Christian Schiller bei den Anwohnern melden sollen, schriftlich. Er meldete sich dann kurz darauf nochmal, mit der Info, dass es uns als direkte Nachbarn der Wiese am nördlichen Teil, nicht betreffen würde und wir deshalb keine Information erhalten haben und auch keine erhalten werden. Eine Erklärung, der ich nicht folgen möchte.
Einen Gefahrenstatus gibt es für uns nicht bzw. wurde keiner kommuniziert. Ich sehe auch aktuell keine besondere Dramatik in dem Methangas Austritt. Methangas kommt auch auf sumpfigen Flächen vor. Methangas könnte von organischen Abfällen kommen, die versiegelt wurden. Das nennt man „Depotgas“. Die Fläche war ursprünglich ein „Wasserloch“ und wurde als Müllkippe verwendet. Vor mehr als 60 Jahren. Es wurden, wenn man Erzählungen von älteren Generationen glauben will, auch erheblich schädlichere Dinge versenkt als organische Stoffe.
Die eventuelle Belastung des Erdreichs und auch Stoffe die im Boden sind, sollten veröffentlicht werden. Eine Aussage, dass das Grundwasser nicht belastet ist, reicht nicht aus.
Ich habe nur eine telefonische Auskunft unseres Bürgermeisters bekommen. Nachdem ich ihn aktiv angesprochen habe. Weitere Kommunikation hat nicht stattgefunden.
Der „Methangas-Schutzzaun“ wurde nun verfestigt. Mit Holzlatten. Netterweise wurde unser Zeitungsbriefkasten freigehalten. So können wir dann weiterhin auf Infos aus der Tagespresse hoffen.
Was sagt das LRA und Gemeinde? Warum kann man nicht einfach die 10 Besitzer der anliegenden Grundstücke direkt und unkompliziert informieren? 
Das Methangas ist vermutlich und hoffentlich kein größeres Problem. Das eklatante Kommunikationsdefizit der öffentlichen Stellen ist jedoch ein gewaltiges Problem – aus meiner Perspektive. Herr Frey sollte hier mit einbezogen werden. Eventuell ist den Beteiligten nicht ganz klar, dass man hier auch eine ganz andere kommunikative Welle lostreten könnte.“

1 Comment

  1. Unser Grundstück grenzt unmittelbar an den südlichen Teil der Wiese. Bei uns wurde zwar nicht gebohrt, allerdings wären wir doch auch gerne informiert worden, was leider nicht geschehen ist.

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