Im Heimgarten will der Gartenbauverein Breitbrunn eine ganze Streuobstwiese anpflanzen.

Auf ehemaliger Müllkippe tritt Methangas aus – Gemeinde sperrt Grundstück mit Zaun

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Diese Meldung von herrsching.online vom Donnerstagvormittag wurde am Nachmittag um 14.55 aktualisiert.

Der Optimismus des Wasserwirtschaftsamtes war wohl nicht angebracht: Die ehemalige Müllkippe zwischen Staatsstraße und Heimgartenstraße ist doch belastet. Bürgermeister Christian Schiller informierte am Mittwoch die Gemeinderätin Traudi Köhl, dass das große Gelände bald gesperrt werde. Grund: Aus dem Boden tritt Methangas aus, das, so Gemeinderätin Köhl, „zu Explosionen führen könnte“. Die Anlieger an der Heimgartenstraße wurden bereits informiert. Das Grundwasser, so zitiert Köhl den Bürgermeister, sei wohl nicht gefährdet. Der Bauhof Herrsching baut um das kontaminierte Gelände einen Zaun, damit niemand mehr die Wiese betreten kann.

Die Gemeindeverwaltung Herrsching verschickte am Donnerstagnachmittag folgende Pressemeldung:

Aufgrund des aktuelle Bodengutachtens wird das gemeindlichen Grundstück zwischen 

der Heimgartenstraße und der Staatsstraße eingezäunt.

Auf dem gemeindlichen Grundstück zwischen der Heimgartenstraße und der Staatsstraße wurden im November 2021 zahlreiche Proben entnommen um die Altlastenverdachtsfläche weiter zu untersuchen. Der Auftraggeber, das Wasserwirtschaftsamt Weilheim (WWA), hat zur Begutachtung das Büro Sakosta GmbH beauftragt.

Nach der Beurteilung dieses Gutachtens durch die entsprechenden Fachbehörden und das zuständige Landratsamt wurde die Gemeinde am 13.07.2022 über die Ergebnisse und das weitere Vorgehen informiert.

Demnach konnte für den Wirkungspfade Boden-Gewässer-Grundwasser, sowie den Wirkungspfad Boden Mensch der Altlastenverdacht bei gleichbleibender Nutzung ausgeschlossen werden. 

Jedoch sind für den Wirkungspfad Boden-Luft-Mensch aufgrund unklarer methangasbildender Herde einer Probebohrung weitere Detailuntersuchungen erforderlich.

Leider trifft das Gutachten keine Aussage zum Wirkungsgrad Boden-Nutzpflanze und somit kann aktuell keine Aussage getroffen werden, ob das Obst der dortigen Obstbäume zum Verzehr geeignet ist. 

Hierzu wird die Gemeinde weitere Detailprüfungen in Auftrag geben.

Die Untersuchungsergebnisse und Detailprüfungen beziehen sich auf die aktuelle Nutzung, so dass die Untersuchungsergebnisse hinsichtlich künftiger Nutzungsmöglichkeiten nicht herangezogen werden können. 

Aufgrund des aktuelle Bodengutachtens und der noch anstehenden weiteren Detailprüfungen wird die Gemeinde das Grundstück an der Heimgartenstraße vorsichtshalber umzäunen und den Zugang sperren.“

Das Gelände zwischen Staatsstraße und Heimgartenstraße wird von der Gemeinde eingezäunt

Die Erkenntnise stammen aus dem Gutachten, das im Autrag des Wasserwirtschaftsamtes vom Sachverständigenbüro Sakosta erstellt worden war. Der 200 Seite starke Untersuchungsbericht wertet Hunderte von Bodenproben aus, die im November auf dem Gelände entnommen wurden.

Bis 1965 haben die Breitbrunner auf dem Gelände ihren Müll abgeladen. Bürger wollten den Bericht einsehen, aber die zuständige Behörde im Landratsamt verweigerte „aus Datenschutzgründen” Auskünfte. herrsching.online war mit der Gemeinderätin auf der Wiese, die sich inzwischen wie ein Biotop ausnimmt.

Es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass hier gefährliche Altlasten das Grundwasser gefährden könnten, erklärte im letzten Jahr die Geologin Katrin Knief vom Wasserwirtschaftsamt. „Aber das Bundesbodenschutzgesetz schreibt vor, dass Altablagerungen sukzessive untersucht werden müssen”, sagte sie herrsching.online. „Aber es gab ja in Breitbrunn keine Industrie, die mit gefährlichen Stoffen hantiert hat”, so Knief, „aber man steckt da natürlich nicht drin.” Auf der Müllkippe wurden große Mengen von Altobst und -gemüse von einem lokalen Großhändler gelagert.

5 Comments

  1. Laut Auskunft von Christian Schiller betrifft das aktuelle Ergebnis nur den südlichen Teil. Laut Herrn Schiller wurden nur die direkt betroffenen Anlieger vom LRA STA informiert. Was jedoch bis heute, Freitag 15.7 nicht stattfand. Weder Besitzer oder Bewohner der angrenzenden Grundstücke wurden bisher vom LRA oder der Gemeinde Herrsching informiert.

    Es ist anscheinend bekannt was auf der Fläche vor Jahrzehnten entsorgt wurde. Bodenproben wurden bereits vor Jahren entnommen. Ein Ergebnis wurde anscheinend noch nie offen publiziert.

    Zum Thema Biotop.
    Der Baumbestand zwischen Wiese und Straße ist seit den 80er Jahren ein eingetragenes Biotop. Wenn hier geschrieben wird, dass es hier wie ein Biotop aussieht, dann kann man das tatsächlich bestätigen. Denn Teile der hier diskutierten Flurstücke sind faktisch ein Biotop. Das ist der Gemeinde und auch dem LRA bekannt.

    Die Zeit für den netten Fototermin, hätte die geschätzte Gemeinderätin auch sehr gerne zur Information der Anlieger nutzen können. Sie hatte ja offensichtlich die Informationen.

    Wie die Presse berichtete, gab es von zwei Gemeinderäten den Vorschlag, diese an ein Biotop angrenzende Wiese zu bebauen. Und das mit dem Wissen, dass diese Flächen belastet sind. In Breitbrunn, und besonders auch im diskutierten nördlichen Teil, wird aktuell durch Verdichtung viel Bodenfläche versiegelt. Vorschläge ein Biotop mit belastetem Erdreich zu bebauen, sind absolut nicht nachvollziehbar.

    Das LRA STA hat in diesem Fall sicherlich Kommunikation aufzuarbeiten. Es ist nicht akzeptabel, dass die Presse vor den Betroffenen informiert wird. Eine proaktive Kommunikation wäre erfreulich, oder besser gesagt: selbstverständlich.

  2. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Methan auf besagtem Grundstück in so großen Mengen austritt, dass es zu Explosionen kommen kann. Das austretende Gas verteilt sich ja auch sofort in der Luft.
    DASS dort erhöhte Methangas-Konzentrationen gemessen wurden, scheint mir eher ein Hinweis darauf zu sein, dass unter der Oberfläche größere Mengen eines organischen Materials unter Luftabschluss verrotten. Das wäre dann der gleiche Effekt wie bei Sümpfen, die ebenfalls als Methanspeicher bekannt sind.
    Selbstverständlich muss aber untersucht werden, ob dort eventuell noch andere und womöglich problematischere Schadstoffe im Boden lagern.

  3. Die Gefahrenlage, dass Brände oder Explosionen entstehen, könnte vielleicht noch genauer definiert werden. Eine brennende Photovoltaikanlage scheint mir genausowenig erstrebenswert wie eventuell verletzte Lebewesen. Heidi Körner

  4. Dann sollte dort wohl besser kein Apfel mehr gegessen werden?
    Aber stattdessen könnte doch eine Photovoltaikanlage, wie schon von Herrn Meyerhofer empfohlen, das schlechte Ergebnis Herrschings bei der Energiewende positiv beeinflussen? Zumindest den guten Willen aus dem Rathaus bekunden?

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