Alle freuen sich, einer leidet: Der freundliche Herr Vetter im Herrschinger Bahnhof, die gute Seele für alle Bahn-Ratsuchenden, ist sauer auf die Berliner. „Diese Woche macht der Schalterdienst keinen Spaß“, schimpft er ganz gegen seine sonstige Art, „das Neun-Euro-Ticket verursacht noch richtig viel Ärger“, vermutet er. Vetter glaubt, dass im Erfolg der Flatrate-Fahrkarte zugleich der Misserfolg steckt.

„Die Züge werden so voll, dass die Leute auch bei mir ihren Ärger abzuladen versuchen.“ Vetter verkauft seit 22 Jahren in Herrsching Fahrkarten in alle Welt, aber der Run auf die Billig-Tickets ist auch für einen erfahrenen Tarifexperten zuviel. Die Schlange am 1. Juni vor dem Schalter war übrigens nicht lang, offensichtlich haben sich schon fast alle Neuner-Nerds vorher eingedeckt. Zudem verdient Hansgeorg Vetter an dem Billig-Billet kaum etwas. Aber nicht ausgeschlossen, dass die Bahn durch die Aktion neue Freunde gewinnt, die dann auch gerne mal im Herrschinger Bahnhof ihre reguläre Fahrkarte kaufen.




