Gibt es einen Hunde-Boom in der Pandemie? Foto: Gerd Kloos

Reisewelle bringt Hundeschwund

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Hunde als Seelentröster in Zeiten der Pandemie? Die Gazetten sind voller Geschichten über die neue Liebe zwischen Zwei- und Vierbeinern. Den Züchtern rennen kuschelsüchtige Menschen angeblich die Zwinger ein, Gemeinden fürchten um die Reinlichkeit der Wege und Straßen, Hundeschulen wittern das große Geschäft.

Was ist wahr an diesen Meldungen? herrsching.online fragte eine Fachfrau, die es wissen muss: Annemarie Kreis von der Gemeindeverwaltung Herrsching führt das Hunderegister und betreut das Hundesteuer-Amt. Ihre Bilanz nach 2 Jahren Pandemie: Es gibt keinen Hunde-Boom in Herrsching.

Auch Rassehunde kosten nur 60 Euro Hundesteuer Foto: Gerd Kloos

In Herrsching sind zur Zeit 534 Hunde angemeldet, berichtet Annemarie Kreis, „Mischlinge, Rassehunde und viele ‘Migranten’ aus südlichen Ländern”. In den ersten Monaten der Corona-Pandemie im Jahr 2020 hatte sie den Eindruck, dass tatsächlich mehr Hunde in Herrschings Wohnungen einziehen. Als dann aber, und das stimmt Annemarie Kreis traurig, die Reisewelle im Sommer einsetzte, wurden viele Hunde wieder „abgemeldet” – im doppelten Sinn. „Wir wissen natürlich nicht, was mit diesen Hunden passiert ist”, sagt Annemarie Kreis. Man darf aber vermuten, dass die Hunde ihren Besitzern lästig geworden sind. Ein trauriges Kapitel von verratener Solidarität.

Dabei meint es Herrsching gut mit den Vierbeinern: Jedes Bein kostet nur 15 Euro Steuer, das ergibt für die Gemeindekasse  immerhin 32 000 Euro Einnahmen. Andere Gemeinden verlangen deutlich mehr Dog Tax. Die Hundesteuern werden vermutlich aber wieder durch die „Dog Stations” (engl. für: Bahnhof, Haltestelle) ausgegeben – Plastiktüten ausgeben und wieder einsammeln (im Supermarkt sind die übrigens verboten) macht dem Bauhof viel Arbeit.

Kleinhunde sind übrigens in den ersten 3 Monaten steuerfrei, Kampfhunde würden 120 Euro kosten. „Davon gibt es aber keine in Herrsching”, freut sich Annemarie Kreis. Wer sich die Hundesteuer sparen will, kann seinen schnüffelnden Begleiter zum Rettungshund ausbilden lassen. Diese ehreamtlichen Schnüffler sind steuerbefreit.

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