Wie waren Silvester und Neujahr – haben die Appelle zum Feuerfasten gewirkt? Nein, es wurde geballert und geschossen wie in besten Wirtschaftswunderzeiten. Das Herrschinger Rathaus hatte die Bürger gebeten, freiwillig auf Pyrotechnik zu verzichten. Die Verwaltung, so hatte der Bürgermeister bekannt gegeben, wolle prüfen, ob man für einzelne Straßen und Plätze ein Feuerwerksverbot erlassen könne. Die Verbote kamen nicht, sondern nur der Aufruf zum Verzicht auf Feuerwerk. Ganz offensichtlich blieb die Bitte unerhört.
Die gute Nachricht: Die Polizei in Herrsching berichtete von einer „ruhigen Nacht“. Ruhig war sie nicht, aber in der Kriminalstatistik unauffällig. Im Bereich des gesamten Polizeipräsidiums Oberbayern Nord allerdings haben nicht alle Polizisten einen entspannten Dienst erlebt: Die Zahl der Einsätze ist leicht gestiegen – von 400 auf 412 Vorfälle. Die Beamtinnen und Beamten mussten zu 24 Ruhestörungen, 36 Sachbeschädigungen (Gesamtschaden: 150 000 Euro) und zu 14 Körperverletzungsdelikten, bei denen insgesamt 18 Personen verletzt wurden, zwei davon schwer, ausrücken. Es wurden sieben Verkehrsunfälle gemeldet. Drei Personen wurden dabei verletzt.
Es gab einen Angriff auf polizeiliche Einsatzkräfte. Dabei erlitten drei Beamte leichte Verletzungen. In Neuburg an der Donau wurde eine kleine Gruppe mit einem Feuerwerkskörper beworfen, zwei Personen erlitten Verletzungen im Gesicht. Ein 17-Jähriger musste mit einem Polizeihubschrauber in eine andere Klinik verlegt werden. Auch in Dachau gab es eine Pyroattacke: Feiernde Personen wurden durch eine Gruppe von sechs bis sieben jungen Männern beschossen. Als die jungen Männer zur Rede gestellt wurden, schlugen sie auf die Feiernden ein und besprühten sie mit einem Reizstoffsprühgerät. Durch die Schläge wurden drei Personen leicht verletzt. Zwei Personen erlitten durch den Reizstoff Verletzungen an den Augen. Eine Person davon musste mit einem Rettungswagen in die Augenklinik gebracht werden.
Gegen örtliche Böller- und Feuerwerksverbote wurde 27 Mal verstoßen. Es wäre interessant, wieviele Städte und Gemeinden für einzelne Straßen und Bezirke Verbote erlassen haben.



Offensichtlich haben ja eine Menge Leute Freude am Feuerwerk und wollen sich nicht bevormunden lassen. Gut so!
Ich finde ein Feuerwerk an einzelnen Plätzen ok.
Aber dieses laute „Herumgeballere“ überall, schrecklich!
Die Unfälle, die es auch jedes Jahr damit gibt
und wie es dann am nächsten Tag auf den Straßen aussieht……
In Südtirol, Italien, wo ich aufgewachsen bin, gab es nie Feuerwerk und wir hatten auch schöne Silvesterfeiern.
In Italien ist privates Feuerwerk immer noch verboten, glaube ich.
München hatte diesmal die höchste Feinstaubbelastung in ganz Deutschland!
Ein Mal im Jahr Feuerwerk – was soll daran so problematisch sein??
Seit Jahren wird über Verbote diskutiert oder – wie hier in Herrsching seitens der Gemeinde – ein „Freiwilliger Verzicht“ gefordert. Haben wir keine anderen, ernsthaften Probleme?? Ja, für manche Haustiere ist das Feuerwerk unangenehm; ja, es gibt erhöhte Feinstaub-Emissionen – aber, liebe Leute: Es ist EIN MAL im Jahr! Muss denn bei uns ALLES reglementiert oder problematisiert werden?
Fürs Neue Jahr wünsche ich uns allen Gelassenheit und Toleranz statt Regelungswahn und Bevormundung.
Ich bin dankbar, dass die Gemeinde Herrsching von Verboten Abstand genommen hat, und habe mich mit meiner Familie am Sylvester-Feuerwerk gefreut. Jetzt herrscht wieder ein Jahr feuerwerksfreie „Ruhe“.