Colosseum kämpft um die Zukunft

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Das Original ist noch offen, das Colosseo tedesco dagegen hat seine Pforten geschlossen – durch Herrsching geht ein vernehmbares Stöhnen: Das allseits beliebte Restaurant in der Bahnhofstraße hat angeblich Betriebsurlaub, tatsächlich aber ist Herrschings ältester Nudeltempel – vorübergehend? – geschlossen. Die Familie Sgro, seit 2015 Unterpächter des liebenswürdig antiquierten Restaurants, zieht dem Vernehmen nach weiter nach Seefeld. Hauptpächter des Etablissements, Raffaele Carapacchio, inzwischen auch schon über 80 Jahre alt, habe sich, so die Gerüchte, mit seinem Untermieter auseinander gelebt. Das Gebäude gehört der Familie Darchinger, die in den inneritalienischen Zwist nicht involviert ist. Wie Wolfgang Darchinger herrsching.online sagte, bestehe der Hauptmietvertrag mit Raffaele Carapacchio unverändert weiter. Dem Vernehmen nach plane Carapacchio eine wie auch immer geartete Weiterführung des Restaurants.

Die Familie Carapacchio eröffnete 1972 in den ehemaligen Schalterräumen der Sparkasse die erste Pizzeria im Landkreis Starnberg und machte sie zu einem der Gastro-Hotspots Herrschings, bis Vincenzo Sgro aus Kalabrien den Kochlöffel und das Sagen in der Bahnhofstraße übernahm und den Betrieb mit der gleichen Leidenschaft weiterführte. Dass in Zeiten extremen Personalmangels schon mal ein Gericht daneben ging, hat er mit Grandezza bewältigt und ist notfalls auch mal selbst am Herd gestanden. Immer noch streiten die Herrschinger mit Wolllust über die Frage, wer nun die beste Pizza nella città mache.

In der Besitzerfamilie Darchinger scheint man aber zuversichtlich zu sein, dass der Betrieb weitergeht. Wolfgang Darchinger mit einem Stoßseufzer: „Es wäre bitter für Herrsching, wenn auch dieses Restaurant verschwinden würde.“ Im Schaufenster jedenfalls hängt ein Zettel, dass das Restaurant „wegen Renovierung geschlossen ist“. Na dann, gutes Gelingen.

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