Christian Springer und Andrea Schulte-Krauss springen für Seenotrettung ein///
Zwei ausgewiesene Praktiker der Humanität konnten Besucher in der Starnberger Schlossberghalle erleben: Christian Springer, bayerisches Kabarettschwergewicht , und Claus-Peter Reisch, legendärer Kapitän der „Mission Lifeline“, der für seine Rettungsaktionen in Malta lange vor Gericht stand, bevor er freigesprochen wurde. Die Landtagskandidatin der Grünen, Andrea Schulte-Krauss, hatte Menschen, die im Landkreis ehrenamtlich tätig sind, zu einem spannenden Abend eingeladen.

Springer, der schon lange mit seinem Verein „Orienthelfer“ vom Libanon aus in Syrien hilft und nur knapp der großen Explosion im Beiruter Hafen 2020 entkommen war (das Büro wurde völlig zerstört), bewies mit Auszügen aus seinem laufenden Programm „Nicht Egal“, dass das bayerische Kabarett nicht vollständig in den populistischen Sümpfen verschwunden ist . Zwischendurch ging er auf das nur zwei Tage später am selben Ort geplante Parteitreffen der AFD ein und äußerte sein Unverständnis, dass diese Veranstaltung erlaubt wurde. Wenn die Demokratie in Gefahr ist, müssten Demokraten reagieren, bevor es zu spät sei, sagte er unter dem Beifall der Anwesenden.
Dann kam Claus-Peter Reisch auf die Bühne und berichtete, dass nach verlässlichen Schätzungen der Non-Governmental Organisations für das Jahr 2023 nicht die offiziell registrierte Zahl von bisher 1800 Toten stimme, sondern die Dunkelziffer mindestens 20 bis 50 Mal so hoch sei. Er könne mit seiner Lizenz jetzt nicht mehr die großen Schiffe, die Italien jetzt – aus reiner Schikane – zur Seenotrettung vorschreibt, einsetzen.
Er fand schnell neue Aufgaben, wie zum Beispiel die Installation mobiler Bildungsbusse in den Gebieten der Türkei, in denen viele unregistrierte Geflüchtete leben, die keinerlei Zugang zu staatlicher Hilfe haben und auch nicht vom EU-Türkei-Deal profitieren. Die beiden Protagonisten outeten sich als Freunde, sie kennten sich noch nicht lange, hätten aber sofort die große Gemeinsamkeit gesehen, dass Hilfe ein moralisch-ethisches Muss sei, über das es keine Diskussionen geben dürfe. Der Abend brachte eine Spendensumme von 2400 Euro für die Seenotrettung ein und hinterließ viel Nachdenklichkeit.
Springer kann übrigens nicht nur viel humanitäres Geld sammeln, er kann auch viel schreiben: In seinem Furor über die bayerische Flüchtlingspolitik hat er Horst Seehofer einen Brief über sage und schreibe 80 Seiten geschrieben. Es kam keine Antwort, bis Seehofer Jahre später bei einer gemeinsamen TV- Sendung Springer in der Garderobe fragte, wann er denn endlich Söder so einen Brief schreibe…
Christl Voit
Es war ein sehr bewegender, emotional geladener Abend in der leider nur 2/3 gefüllten Schloßberghalle in Starnberg. Es gab viel zu lachen —- und manchmal war mir auch zum weinen! Es liegt vieles im Argen! Gott sei Dank, dass es Menschen gibt wie Christian Springer und Claus Peter Reisch, die anpacken und helfen, wo es nötig ist. Auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist ! Viele Tropfen können was bewirken. Es liegt vieles im Argen auch in Deutschland, aber wir haben das Glück in einem Land zu leben, wo ich meine Meinung sagen darf, ohne befürchten zu müssen ins Gefängnis zu kommen. So entließ uns Christian Springer mit positiven, ermutigenden Schluss.