Mehr Aktualität geht nicht: Der neue Golfkrieg treibt Autofahrern und Hausbesitzern den Schweiß auf die Stirn – nicht wegen Überhitzung, sondern wegen der neuen Preiswelle. Die Bundesregierung hatte vor einigen Wochen ein neues Eckpunktepapier zum neuen Heizungsgesetz veröffentlicht, das jetzt nicht mehr so richtig in die politische Landschaft passt. „Ein brennendes Thema“, sagte der Energieberater und Gemeinderat Thomas Bader, „grundsätzlich hatte Habeck mit seinem Gesetz recht, aber es war halt ein bisschen krass.“ An der Seite Baders war Roland Lübeck, Ortsvorsitzender der CSU und ebenfalls Heizungsfachmann.
Sollten Fossil-Fans unter den Zuhörern gewesen sein, hatten sie keine große Freude an Baders Vortrag: „Jeder Bürger weiß, dass fossile Brennstoffe nicht mehr die Energie der Zukunft sind“, setzte er den Ton. Dann erläuterte er die neuen Inhalte der Novelle, die künftig Gebäude-Modernisierungs-Gesetz heißen soll. Die 65 Prozent Anteil von erneuerbaren Energien, die Habeck für künftige Heizung vorgeschrieben hatte, fallen weg, dafür sollen ab 2029 10 Prozent 29 Biogas oder Wasserstoff beigemischt werden.
Bader machte aber deutlich, dass Öl- und Gasheizungen für Neubauten heute keinen Sinn mehr machen, weil die Zukunftskosten der fossilen Wärmespender nicht kalkulierbar sind. Die Beimischung der Bio-Komponente koste zusätzliches Geld (Fachleute rechnen mit 200 bis 300 Euro jährlich für ein Einfamilienhaus). Außerdem wisse man heute noch nicht, wie hoch die CO2-Bepreisung durch die EU ausfalle. Deshalb hoffe die Regierung auf die Mündigkeit der Bürger, um möglichst viel CO2 einzusparen. Bader: „Man kann schon noch zehn Jahre mit Öl heizen, aber es könnte teuer werden. Es könnte einem in fünf Jahren leid tun.“
Anders sei die Lage bei Bestandshäusern: Wer die Heizungen besonders älterer Häuser erneuert, sollte unbedingt einen Energieberater zu Rate ziehen. Möglich, dass für eine Wärmepumpe die Heizkörper ausgetauscht werden müssen, um eine niedrigere Vorlauftemperatur zu ermöglichen.
Bader kann sich vorstellen, dass in vielleicht zehn Jahren auch ein Nahwärmenetz in Herrsching zur Verfügung stehe. Durch welche Energieträger dieses Netz dann versorgt werde, wisse man heute noch nicht. Ausführlich diskutierten die Experten und Bürgermeister Schiller über Vor- und Nachteile dieser an sich schlanken Lösung im eigenen Keller. Sie wiesen darauf hin, dass man im Nahwärmenetz einem Wärmelieferanten und dessen Preisgestaltung ausgeliefert sei.
Ein großer Teil der Diskussion drehte sich auch um den Vermieter-Mieter-Komplex. Gemeinderat Gerd Mulert verwies darauf, dass die Heizkosten ja auf die Mieter umgelegt werden. Investiere der Hausbesitzer nicht in eine moderne, kostengünstige Heizung, müssten seine Mieter die Zecke dafür zahlen. Mulert erinnerte noch einmal an seinen Vorstoß, den Wasser- und Abwasserversorger AWA mit der Planung und Realisierung eines Nahwärmenetzes zu beauftragen.
Die Energie-Alternative Holz-Pellets sei ein reiner Nischenmarkt. Kein Fan ist Bader von Holzöfen, wie sie heute in vielen Wohnzimmern Herrschings stehen. Die Geruchsbelästigung sei beträchtlich, wenn die Holzscheite in vielen Öfen glühen.
Bürgermeister Schiller, früher bei einem Stromkonzern beschäftigt, konnte alle Bürger, die mit einer Wärmepumpe liebäugeln, beruhigen: „Ich habe noch nie gehört, dass in Herrsching die Installation einer Wärmepumpe am Stromanschluss scheitert.“




Vielen Dank an Herrn Bader und Herrn Lübeck für die die fachlichen Infos aus der „Heizungsbauerbranche“. Nun, i%Ich bin schon zufriedenen mit unserer Fotovoltaikanlage auf unserem Reihenhausdach und der Waermepumpe an der Suedwand. Sie läuft seit 2024 zuverlässig, kommt uns billiger als die alte Oelheizung und hat den Immobilienwert unseres 50 Jahre alten Hauses gesteigert. Da wir durch die Ampelregierung auch 15 000 Euro Zuschuss erhielten, können wir diese Lösung empfehlen. Über den ökologischen Wert möchte ich gar nicht reden. Das muss doch inzwischen jedem klar sein. Eigentlich denke ich jetzt gerade über die neuen Kernkraftwerke nach, die europaweit wieder gebaut werden sollen. Aber das betrifft zum Glück nicht das Herrschinger Rathaus.
Anmerkung: auf Grund der unumstrittenen Klimaveränderung schaut die Baubranche jedoch eher in Richtung Klimatisierung bzw. Kühlen von Gebäuden!