Was ist Silvester gegen dieses Spektakel? Die Handys fischten die Farbspiele vom Himmel und verstärkten die Farben – mit bloßem Auge war's weniger bunt. Im Dunkeln ist die Silhouette von Breitbrunn zu erkennen. Foto: Daniel Zeiler

Noch nie war Herrschings Himmel so schön

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Menschen im Pyjama, notdürftig mit eilig übergeworfenem Wintermantel bekleidet, rotten sich in Gruppen auf der Straße zusammen. Der Himmel glutrot – Feuersbrunst im Norden Herrschings? Und dann das: Zwischendurch flammten grüne Schlieren auf und lösten ein Ah und Oh aus wie ein Feuerwerk an Silvester. Herrsching war im Banne der Polarlichter. Nur für Sekunden standen die grünen Streifen am Himmel, verschwanden wie von Zauberhand und erschienen in neuer Form wieder. Mit den Herrschingern, die nicht mit den Hühner ins Bett gingen, bestaunten Millionen zwischen Flensburg und Garmisch den himmlischen Zauber.

Es war ein Himmelsspektakel, wie es ganz selten vorkommt: Die Eruptionen der Sonne waren so stark, dass extrem viele elektrisch geladene Teilchen Richtung Erde rasten. In der oberen Atmosphäre trafen die Teilchen dann auf Luftmoleküle und regten sie an, Licht auszusenden – zu sehen als bunte, tanzende Lichter am Himmel. Die Lichtfarben variierten je nach Art des angeregten Gases und Höhe: Sauerstoff kann grünes oder rotes Licht emittieren, Stickstoff oft violette oder blaue Farbtöne.

Einige Herrschinger waren enttäuscht über ihre Polarlicht-App, die nur müde Alarm schlug. Aber was die App nicht kann, das schafften die Nachbarschafts-Communities bei WhatsApp.

Dafür geben Leute viele Geld für Kreuzfahrten aus – Herrschinger und Breitbrunner bekamen die Polarlichter gratis. Foto: Daniel Zeiler

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