Die Perchten, versprach das Promenaden-Hotel Seehof, seien „ganz liabe Leit“. Und tatsächlich – die Schreckensgestalten mit Wolfsgesicht, Bärenschnauze, Geisterfratze , Hexenwarzen und Widderhörnern nahmen nichts mit, sie ließen sogar ihre „Beute“ in Herrsching. Und die kam dem durch den Herrschinger Sparhaushalt arg gebeutelten Flüchtlingsverein Wir schaffen das mit dem Integrationscafe Blabla zugute. Die schaurig-schönen Gestalten mit den echten zotteligen Fellen sollten in vergangenen Jahrhunderten, als neben Weihwasser auch der Aberglaube als probates Mittel galt, in den Rauhnächten die bösen Wintergeister vertreiben, die Keime aus dem Boden stampfen und dem Bauern anzeigen, wie hoch sein Getreibe im Sommer wächst.
Hunderte von Zuschauern umlagerten am Samstagabend am Tag der Sonnenwende das Treffen der wuiden Kerle, und manches Kind sah dem kommenden Treiben mit Bangen entgegen. Die Organisatoren, das Hotel Seehof und der Kulturverein, dagegen sahen voller Erwartungen auf den Kongress der schaurigen Gestalten. Auch der Verein Wir schaffen das, der das Integrationscafe Blabla für die Asylsuchenden betreibt, sah dem Hexensabbat mit frohem Herzen entgegen.
Der mitreißende Trommelschlag, zu dem die Perchten rhythmisch auf den Boden stampften, ging tatsächlich ins Blut, die Schellen am Kostüm machten mutmaßlich jedem übellaunigen Geist den Garaus. So kam Herrsching zu einem kulturellen Ereignis der spektakulären Art.




