Im Alter von 89 Jahren ist einer der bekanntesten Bürger Breitbrunns, Hermann Breitenberger, gestorben. Breitenberger hatte sich 35 Jahre lang als Vorsitzender um den Verein für Gartenbau- und Landschaftspflege gekümmert. Er galt auch als einer der wichtigsten und hartnäckigsten „Patrone“ des ortsbildprägenden Königsbergs, der als geschützte Magerwiese bei Biologen und Landschaftspflegern einen hohen Stellenwert genießt. Breitenberger setzte zusammen mit dem Bund Naturschutz auch durch, dass der Berg vom 15. März bis 15. August nur noch über die ausgewiesenen Wege betreten werden darf. Immer wieder kämpfte Breitenberger einen einsamen Kampf gegen die Übernutzung des Bergs durch Gleitschirmflieger, Mountainbiker und Ausflügler. Dass am Berg immer noch seltene und stark geschützte Pflanzen wachsen und gedeihen, ist mit sein Verdienst. Breitenberger war ein großer Naturliebhaber und beispielhafter „Kümmerer“, der bürgerliches Engagement ist seiner besten Form vorlebte. Außdem galt Breitenberger auch als einer der besten Kenner Breitbrunner Ortsgeschichte.
Herrmann Breitenberger war 35 Jahre Vorstand des Vereins für Gartenbau- und Landschaftspflege Breitbrunn am Ammersee. Einer seiner ehernen Grundsätze war es, diesen etwas sperrigen Namen gegen eine elegante Kurzform zu verteidigen. „Wir Gartler in Breitbrunn schauen über unseren Gartenzaun hinweg und kümmern uns auch um die grüne Ortsgestaltung und die Bepflanzung der Straßen und Wege mit Walnussbäumen im Dorf.“ Mit seiner geduldigen und ruhigen Art bemühte er sich über viele Jahrzehnte hinweg um den Schutz der umgebenden Flora und Fauna des alten Ammerseedorfes. Im Ort pflanzte er weitblickend viele Walnussbäume an Weg- und Straßenrändern. Seine Nachfolge im Gartenbauverein trat dann die Lehrerin Heidi Körner an, die er 1982 persönlich als Neubürgerin in Breitbrunn begrüßte. Er lobte ihre Vorgartengestaltung und war gleich mit einer Urkunde zur Hand. So gewann er neue Mitglieder für den Verein.
Sein landwirtschaftliches und gärtnerisches Wissen setzte er aktiv und praktisch beim Pflegen und Pflanzen um. Kontakte zu Imkern und ökologischen Verbänden waren für den begabten Netzwerker ein unentbehrlicher Dienst an der Natur.
Seine Mitgliederversammlungen gestaltete er stets politisch engagiert mit Bürgermeister und einflussreichen Gemeinderatsmitgliedern. So erreichte er, dass die Gemeinde Herrsching selbst ein Mitglied in „seinem Verein“ wurde. Als er aber dann mit 80 Jahren aus gesundheitlichen Gründen nach einem Nachfolger suchen musste, fand er lange Zeit keinen geeigneten Bewerber, der in seine großen „Fussstapfen“ treten konnte. Gut, dass er Heidi Körner als Leiterin eine Kindergruppe im Verein installiert hatte und vorausschauend als Zweiten Vorstand in die Vereinsleitung aufgenommen hatte. Nach vielen Jahren der Vereinsleitung konnte er schließlich vor zehn Jahren den ersten Vorsitz in jüngere Hände geben.
Hermann Breitenbergers Urne wird vermutlich erst in zwei Wochen bestattet werden.