Wasser ist das kostbarste Lebensmittel und verschlingt täglich doch nur Cent-Beträge. Richtig teuer wird das Abwasser. Der „Taucher" in einer Pumpstation in Wartaweil sucht nach den Gründen...

Eine Pumpstation, die was taucht

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Ein Pumpwerk wird zum Punk-Werk: Die Trinkwasser-Pumpstation zwischen Pähl und Herrsching war ein unscheinbarer Zweckbau an der Staatsstraße in Wartaweil. Dann machte sich der Gilchinger Graffity-Künstler Lando ans Werk und verwandelte das Häuschen in eine Schiffshaut mit Stahlplatten und Nieten. Und in einem Bullauge sieht man einen Taucher, der mit einer Lampe einen Schatz auf dem Ammersee?-Grund zu suchen scheint. Alles Trompe-l’oeil, Augentäuschung: Die Schiffshaut stammt aus der Sprühdose – und hat den offiziellen Segen der AWA Ammersee. Geschäftsführer Maximilian Bleimaier, offenkundig ein kunstsinniger Mensch, hat den Gilchinger Sprüher zum zweiten Mal mit einer Ver-Wand-lung beauftragt.

So sah die Pumpstation ohne künstlerische Veredelung aus. Weiße Wände sind immer eine Einladung für wilde Sprayer

10 Entwürfe hat Lando, mit bürgerlichem Namen Melander Holzapfel (49) eingereicht, bis die Entscheidung für die Schiffshaut und den Taucher fiel. „Wir wollten an dem Häuschen was Besonderes machen”, erzählt Lando. Diese Kunst soll nicht nur die Wertigkeit der lebenswichtigen Wassertechnik unterstreichen, sondern der illegalen Sprüherei Wandflächen entziehen. In der Graffity-Szene gebe es unterschiedliche Richtungen: Writer, die Respekt vor anderen Werken haben, und Destroyer, die Werke anderer Künstler übermalen. Lando beansprucht für seine Werke die Achtung vor einem Kunstwerk, auch wenn es kommerziell ist. „Wir sind inzwischen grau und damit auch bürgerlich geworden”, konzediert der Auftragskünstler. Er will die Graffitykunst in den öffentlichen Raum tragen, ja sogar in Büros und Wohnungen.

Die riesige unterirdische Abwasser-Station an der Madeleine-Ruoff-Straße ziert eine Forelle, die im reinsten Wasser schwimmt. Foto: Gerd Kloos

Die Pumpstation in Wartaweil ist schon die zweite Arbeit des Graffity-Artisten für die AWA. An der großen Abwasserstation am Kienbach schwimmt eine Forelle in offenkundig reinstem Wasser an der Mauer entlang.

Durch die technisch auf den neuesten Stand gebrachte Pumpstation an der Staatsstraße in Wartaweil fließen bis zu 20 Liter bestes Trinkwasser in der Sekunde. Und diese Technik verdiene auch eine künstlerisch anspruchsvolle Präsentation.

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