Heidi Körner: Die Leute mauern mit Pflanzen

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Die Kies- und Schottergärten sind in vielen Städten schon verboten, jetzt rüsten die Naturschützer gegen die „Saat des Bösen” (Spiegel).  „Wachsendes  Plastik” wie Kirschlorbeer, die populäre Thujenhecke oder der Rhododrendron-Busch gelten Nabu und anderen Insekten- und Vogelkundlern als Verbrechen an der Natur. herrsching.online hat die Vorsitzende des Breitbrunner Gartenbauvereins, Heidi Körner, gefragt: Sollte man das grüne Baumarkt-Gehölz verbieten?

herrsching.online: Sollte man Thujen, Kirschlorbeer oder Rhododrendron einfach per Verordnung aus den Gärten Herrschings verbannen? 

Körner: Die Gartenbauvereine können immer nur Empfehlungen ausssprechen.  Wie die örtlichen Verordnungen  aussehen, das beschließen Gemeinderverwaltung und Gemeinderat. 

herrsching.online: Rhododendron genießt bei vielen Hobbygärtnern hohes Ansehen. Nabu-Funktionäre wollen die Pflanze am liebsten roden. 

Körner: Der Rhododendron ist sehr pflegeintensiv. Ich hatte mal einen gepflanzt und dann drei Jahre lang gehegt und gepflegt. Aber dann ging er doch ein. Ich jedenfalls pflanze keinen mehr ein. Ich freue mich sehr über meinen Naturgarten, und dabei bleibe ich. Das Schöne an einem Naturgarten ist auch, dass ich nicht speziell düngen muss. 

herrsching.online: Der Kirschlorbeer, von dem ein Naturschützer sagte, eine Betonwand sei ökologischer als dieser Busch, steht in vielen Gärten. Welche Gründe gibt es dafür, dass diese übel beleumundete Pflanze so um sich greift?

Körner: Der Kirschlorbeer erfreut sich bei vielen Neugartenbesitzern großer Beliebtheit. Wir beobachten sehr häufig, dass in Neubaugebieten Kirschlorbeer und Thuje hochgezogen werden. Vor allem die Bauträger, die schlüsselfertig übergeben, pflanzen sehr gerne Thujen und Kirschlorbeer, weil sie blickdicht sind und schnell wachsen. Wenn sie 2 Meter hoch sind, geht man einfach mit der Motor-Gartenschere dran und rasiert sie oder bringt sie in Form. 

herrsching.online: Würden Sie Verbote befürworten?

Körner: Ich wäre zwar dafür, aber ob das juristisch wasserdicht ist, weiß ich nicht. Rechtlich abgesichert ist, dass der Nachbar nur Naturwände bis zu 2 Metern Höhe akzeptieren muss. 

herrsching.online: Sollen die Nachbarn intervenieren, wenn solche Grünwand-Gewächse als Blickschutz geplant sind?

Körner: Das Problem ist, dass manche Leute mit der Natur nicht können. Sie wollen eine Mauer haben. Und weil sie keine Mauern hochziehen dürfen oder wollen, mauern sie mit Pflanzen.  

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