Mit 168 km/h durch die Eichenallee

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Das hätte böse enden können – für einen der geliebten Eichenbäume: Bei Dunkelheit, nasser Straße und leichtem Schneefall wollte ein 22-jähriger Seefelder offensichtlich den Speedrekord in der Eichenallee von Weßling nach Seefeld brechen. Er hat den Rekordversuch jetzt amtlich bestätigt bekommen – die Polizei war dankenswerterweise mit einem Laser-Speedgerät am Straßenrand bei Meiling. Wahrscheinlich haben die Beamten ihrer Messung zuerst einmal misstraut – sie lasen auf dem Display: 168 km/h. Erlaubt sind 70 km/h. „Mit seinen erreichten 168 km/h hat er im Bußgeldkatalog den Jackpot für Raser abgeräumt”, teilte die Herrschinger Polizeiinspektion leicht sarkastisch mit. Der junge Mann muss sich nun nach dem Toleranzabzug für 92 km/h Tempoüberschuss verantworten.

So idyllisch kann die Eichenallee auch sein – beim autofreien Tag im letzten Sommer. Als Rennstrecke eignet sie sich allerdings nicht Foto: Gerd Kloos

Die Herrschinger Polizei: „Demnach droht ihm zunächst Bußgeld in Höhe von 1.400,- Euro sowie ein dreimonatiges Fahrverbot und ein Eintrag mit 2 Punkten in Flensburg. Es ist nicht auszuschließen, dass der Tatvorwurf seitens der Bußgeldstelle noch erhöht wird und dass die Fahrerlaubnisbehörde noch weitere Maßnahmen gegen den Raser ergreifen wird.

Polizeihauptkommissar Christian Schäffler warnt die Autofahrer in der Eichenallee eindringlich: „Bei der derzeit vorherrschenden Witterung ist „überhöhte Geschwindigkeit“ der Unfallverursacher Nummer eins.”

In Linkskurve nach rechts geraten

Pech gehabt und Glück erfahren: Eine 59-jährige Herrschingerin kam auf der Staatsstraße zwischen Seefeld und Herrsching vom rechten Weg ab. In der leichten Linkskurve geriet sie mit ihrem Dacia nach rechts von der Straße, räumte zuerst ein Verkehrszeichen ab und touchierte dann mehrere Bäume. An einer Böschung blieb das Auto schließlich stecken, die Fahrerin konnte sich aus eigener Kraft aus dem demolierten Wagen befreien. Sie wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Die Staatsstraße musste gesperrt werden, bis die Feuerwehr Herrsching das Unfallauto geborgen hatte. Der Schaden beläuft sich auf etwa 4 000 Euro.

Knapp an Katastrophe vorbei: Briketts ruinieren Holzdecke

Um Weihnachten herum sollten Feuerwehrleute nicht in Urlaub gehen: In Herrsching war ein Wohnwagen ausgebrannt, weil ein ungebetener Gast sorglos mit einer Kochstelle umgegangen war. In Breitbrunn wurden die Feuerwehren von Breitbrunn, Buch und Herrsching zu einem Zimmerbrand in Breitbrunn gerufen.

Ein 79-jähriger Hausbesitzer hatte auf seinem Kaminofen, in dem ein Feuer brannte, offenkundig feuchte Holzbriketts zum Trocknen ausgelegt. Dann verließ er das Haus und ging einkaufen. Während das Haus sich selbst überlassen war, entzündeten sich die Briketts. Die Holzdecke über dem Ofen begann zu schwelen.

Als der Hausbesitzer zurückkam, spielte er geistesgegenwärtig selbst mal Feuerwehr und versuchte die schwelende Decke mit dem Gartenschlauch zu löschen. Die glimmenden Briketts trug er zudem ins Freie. Das, so die Feuerwehr später, war eine gute Idee, die Schlimmeres verhinderte.

Die Feuerwehren mussten nicht mehr löschen. Um Glutnester in der Holzdecke aufzuspüren, öffnete die Feuewehr aber Teile der Holzdecke. Der Schaden beläuft sich auf etwa 10 000 Euro, weil das Zimmer verrußt wurde. Der Hausbesitzer blieb zum Glück unverletzt. Die Lehre aus der Beinahe-Katastrophe: Kinder und Öfen sollte man nie unbeaufsichtigt lasssen.

Herbergssuche

Trotz milder Temperaturen suchte ein Obdachloser an Heiligabend in einem Wohnwagen, der zwischen Keramikstraße und Seepromenade in einem Garten abgestellt war, ein bisschen Wärme und Gemütlichkeit. Dabei hatte er allerdings die Kochstelle vergessen abzustellen. Im Wohnwagen fingen deshalb Gegenstände Feuer und entwickelten starken Rauch, der durch Spaziergänger entdeckt worden war. Die Herrschinger Feuerwehr rückte mit 28 Feuerwehrleuten an und konnte so verhindern, dass das Feuer auf eine benachbarte Holzhütte übergriff. Im Wohnwagen allerdings war nicht mehr viel zu retten, der gilt jetzt wohl als Totalschaden. Der „Hausbesetzer”, ein 62-Jähriger Obdachloser, wurde in der Nähe der Brandstelle aufgegriffen. Für den Wohnwagen wurde ihm dann von der Polizei ein Platzverweis erteilt.

Hat nichts genützt, am ersten Weihnachtsfeiertag kehrte er zurück zur Wohnwagenruine. Ihm war wieder sehr kalt. Um sich ein bisschen aufzuwärmen, verbrannte er in einem Topf seine Deck. Auch dieser Versuch wurde entdeckt – die Polizei nahm ihn mit aufs Revier. Dort war es wenigstens schön warm, und die Schreibarbeiten mit Anzeigen wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung durch den Brand dauerten schön lange. Als ihn die Polizei dann wieder vor die Tür setzte, war ihm warm ums Herz. Vielleicht wartet jetzt ein beheiztes Einzelzimmer in einer Staatspension auf ihn. Bis das Urteil aber gesprochen ist, könnte es aber Sommer werden…

Racheakt in der Bahnhofstoilette

Hotspot westliches Ammersee-Ufer? Nachdem schon am Schondorfer Bahnhof drei Jugendliche verhaltensauffällig wurden (siehe Meldung unten), kam es am Sonntag am Bahnhof in Utting zu einem denkwürdigen Clash zwischen Bahn und feiernden Jugendlichen. Etwa 15 Teenager, die nach Angaben der Dießener Polizei stark alkoholisiert waren, feierten bei lauter Musik so offensiv, dass sie der Fahrdienstleiter der DB vom Gelände warf. Sie verschwanden dann tatsächlich Richtung Summerpark, kamen – so vermutet die Polizei – aber bald wieder zurück und zertrümmerten die Männertoilette. Die Polizei sucht nun Zeugen des Vorfalls. Wer die Aktion beobachtet hat, möge sich bei der Polizeiinspektion Dießen melden. Telefon:. 08807-92110.

Kiffen ist noch nicht legal

Vorauseilende Konsumbereitschaft: Am Schondorfer Bahnhof erwischte die Polizei Dießen drei 13-Jährige, die dort Randale machten. Bei einem 13-jährigen Mädchen fanden die Beamten geringe Mengen Cannabis. Auch wenn das Kiffen bald legalisiert wird – mit 13 sollte man noch nicht damit anfangen. Die Polizei übergab das Mädchen der Mutter.

Spiegel-Affäre

Zweimal ein i8 BMW, zweimal schlechtes Gehör, und einmal ein Scherbenhaufen: Die Polizei in Herrsching hatte mit zwei Kleinunfällen viel Arbeit: In Stegen schrammte ein silberner i8 mit dem Außenspiegel eine Spaziergängerin. Der Spiegel klappte dabei ein, das Anhalten aber klappte nicht, der Fahrer fuhr davon. Weil sich die Spaziergänger die Nummer gemerkt hatten, bekam der Fahrer, ein 82-Jähriger aus dem Landkreis, Besuch von der Polizei. Am selben Tag schrammte ein i8 auf der Straße zwischen Andechs und Machtlfing so nah an einem entgegenkommenden Fahrzeug vorbei, dass er dessen Außenspiegel zerstörte. Auch bei diesem Unfall fuhr der BMW-Fahrer weiter.

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